DIO Datenkreis Verkehrssicherheit

Themen: Mobilität, Unfallvermeidung, Verkehrssicherheit

Leitung: KFV / Karl Hendling
Verantwortung: DIO, Friedrich Seyr

Mission des Datenkreises

Im DIO-Datenkreis Verkehrssicherheit arbeitet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und SpotOn Statistics an zwei wesentlichen Fragestellungen, welche mittels Mobilfunkdaten beantwortet werden könnten:

  1. Die Korrelation zwischen Verkehrsaufkommen und Unfallgeschehen
  2. Einsatz von Mobilfunkdaten als Ergänzung bzw. Ersatz zur klassischen Seitenradarmessung

Ein Teil der Arbeit des Kuratoriums für Verkehrssicherheit ist die Analyse der Unfälle im Straßenverkehr mit Personenschaden. Hierzu werden jene Daten analysiert, die bei der Unfallaufnahme vermerkt wurden. In Summe sind das ca. 80 Variablen, welche beispielsweise den Unfallort, den Zeitpunkt, die Straßenbeschaffenheit, die Neigung der Straße oder soziodemographische Eigenschaften des/der Fahrer*in angeben. 

Eine Information bzw. Komponente, die allerdings nicht aufgenommen wird und auch nicht aufgenommen werden kann, ist jene des Verkehrsaufkommens während des Unfalls. Außer auf den Hauptnetzen bzw. Autobahnen, wo ein engmaschiges Sensornetz der ASFINAG den Verkehr stetig überwacht – hier ereignen sich allerdings kaum Unfälle.  Der Großteil der Unfälle mit Personenschaden geschieht auf Österreichs Bundes- und Landstraßen. Hier gibt es jedoch kein Sensornetzwerk. Mobilfunkdaten können daher eine Abhilfe schaffen, da diese die Verkehrslage zu einem beliebigen Zeitpunkt für ganz Österreich wiedergeben können. 

Bei einer ersten Durchführung des Use-Cases traten Schwierigkeiten auf, die zur vorläufigen Stilllegung führten: Mobilfunkdaten werden immer aus einzelnen Masten generiert werden, welche nur einen bestimmten Sendebereich abdecken. Da allerdings Unfälle in Österreich räumlich oft sehr weit gestreut sind, können in einen einzelnen Sendebereich gar keine Unfälle oder nur sehr wenige Unfälle stattgefunden haben. Überdies unterscheiden sich die Unfälle im Detail (Stichwort: 80 Variablen), sodass Korrelationen und Kausalitäten schwierig zu eruieren wären. Der Fokus des Datenkreises wurde daher einstweilen auf einen simpleren Use-Case gelegt: der Einsatz von Mobilfunkdaten als Ergänzung bzw. Ersatz zur klassischen Seitenradarmessung.

Ein Seitenradar ist ein Sensor, der an einem Mast oder an einer Wand angebracht wird, um das Verkehrsaufkommen über Monate / Jahre zu messen. Ziel dieser Messungen ist es, die Veränderung des Verkehrs über einen bestimmten Zeitraum aufzuzeichnen.  

Diese Sensormessungen sind relativ genau und ermöglichen eine Unterscheidung nach Verkehrsteilnehmer*innen (Motorrad, PKW, LKW). Allerdings können sie keine ad-hoc Daten liefern, da diese flächendeckend nicht verfügbar sind und händisch neu positioniert werden müssen. Alternativ können hier Mobilfunkdaten eingesetzt werden: Ein flächendeckendes Netz steht zur Verfügung – die Mobilfunkmasten – welche auch Daten aus der Vergangenheit liefern können. 

Output: In einem Proof of Concept soll nun festgestellt werden, ob Mobilfunkdaten die Seitenradare ergänzen oder in gewissen Situationen sogar ablösen können. In einem ersten Schritt geht es primär um die Zählung und Feststellung, ob die Tagesganglinien der beiden Methoden, also der Seitenradarmessergeräte und der Mobilfunkdaten, miteinander vergleichbar sind. Die korrekten absoluten Zahlen sind dabei nicht von Bedeutung. Viel wichtiger ist, dass die prozentuale Verteilung stimmt.     

Dieses Projekt ist noch länger nicht abgeschlossen, aber da die Peaks des Berufsverkehrs in den Daten gut abgebildet werden, sehen erste visuelle Analysen der Tagesganglinien vielversprechend aus. Ziel ist, das Projekt fertigzustellen.

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